Eine optimale Patientenversorgung ist heute eng verbunden mit der Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen, die in die Praxis umzusetzen das Ziel unseres interdisziplinären, internationalen Teams ist, das sich aus Naturwissenschaftlern, Medizinern und technischen Spezialisten zusammensetzt.
Molekulare Charakterisierung der Therapieantwort auf CDK4/6 Inhibitoren
Tumorzellen werden von einer Vielzahl verschiedener Faktoren und Signale in ihrem Verhalten beeinflusst. Es ist unser Ziel ein grundlegendes Verständnis der molekularen Signalwege in Tumorzellen zu erhalten, um mit diesem Wissen gezielt neue Therapien zu entwickeln und anwenden zu können. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis der molekularen Antwort einer Tumorzelle auf die Behandlung mit CDK4/6 Inhibitoren.
Dabei versuchen wir durch die Identifikation neuer molekularer Marker ein Therapieansprechen für den Patienten individuell zu optimieren, was vor dem Hintergrund neuer Therapiekonzepte und Medikamente ein zunehmend wichtige Therapiekonzept darstellt.
Wir arbeiten an dieser Fragestellung vor allem mit genomweiten genetischen „gain-of-function“ Versuchen durch Nutzung der CRISPR-dCas9 Technologie, „Next-Generation-Sequencing“ des Transkriptoms und Proteom-Analysen. Diese Daten werden dann prä-klinisch mit unterschiedlichsten molekularbiologischen und zellbiologischen Methoden validiert.
Entwicklung einer neuen Kombinationstherapie mit onkolytischen Viren und CDK4/6 Inhibitoren
Durch die genetische Manipulation von Viren kann man die virale Vermehrung auf Krebszellen beschränken. Im Verlauf dieser Vermehrung kommt es dann zu einer Zerstörung der Tumorzelle und damit Freisetzung neuer viraler Partikel, die wieder weitere Tumorzellen infizieren können. Diese Therapie wird als onkolytische Virustherapie bezeichnet. Aktuell (Stand 2025) hat ein onkolytisches Virus in den USA für die Behandlung des nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinoms des Status „Fast Track“, als auch „Breakthrough Therapy„ bereits deutlich vor Abschluss der Phase III Studie von der FDA erhalten. Dabei überzeugen nicht nur die sehr guten Ansprechraten der Patienten, sondern vor allem auch die geringen Nebenwirkungen.
In diesem Projekt haben wir in Tumorzellen und Mausmodellen gezeigt, dass die virale Vermehrung und therapeutische Wirkung des onkolytischen Adenovirus XVir-N-31 deutlich verbessert wird, wenn eine parallele Behandlung mit CDK4/6 Inhibitoren erfolgt.
Wir untersuchen aktuell detailliert die molekularen Mechanismen, die zu dieser verbesserten Therapieantwort führen.