Die Behandlung von Harnstinen, insbesondere Nieren- und Harnleitersteinen ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Klinik. Wir beschäftigen uns intensiv mit der Durchführung und Weiterentwicklung minimalinvasiver Eingriffe und innovativer Techniken zur Steintherapie.
Wenn Harnsteine mehrfach auftreten, ist es wichtig, die Ursachen genau zu untersuchen. Dafür bieten wir eine umfassende metabolische Abklärung an. Dabei wird geprüft, ob bestimmte Stoffwechselveränderungen oder Ernährungsgewohnheiten zur Steinbildung beitragen. In unserer spezialisierten Harnsteinsprechstunde nehmen wir uns Zeit für Sie. Dort klären wir individuelle Risikofaktoren ab und beraten Sie ausführlich zu Behandlung und Vorbeugung.
Welches Vorgehen gewählt wird, muss für jeden Patienten im Einzelfall in Abhängigkeit von Vorerkrankungen sowie der präoperativen Diagnostik abgewogen werden. Selbstverständlich beraten wir Sie über die in Ihrem Fall zur Verfügung stehenden Optionen.
Im Folgenden bieten wir einen Überblick über unser Leistungsspektrum in der Behandlung von Harnsteinerkrankungen.
Ureterenoskopie (URS)
Die Ureterenoskopie (Kurz: URS) stellt heute den Goldstandard der endoskopischen Steintherapie in Nierenbecken und Harnleiter dar. Hierbei wird über die Harnblase und den Harnleiter ein Endoskop in die Niere eingeführt. Vor Ort können Steine dann mittels Laserenergie zerstäubt oder zerbrochen und anschließend entfernt werden.
Der technologische Fortschritt und die damit einhergehende Verfügbarkeit dünner und flexibler Endoskope & moderner Lasertechnik haben die Möglichkeiten der URS in den vergangenen Jahren revolutioniert. So können heute auch ausgedehnte Nierensteinleiden mit großen Konkrementen effektiv und minimalinvasiv mittels URS behandelt werden. Dennoch sind bei komplexen Anatomien und Krankheitsbildern gelegentlich auch mehrere Eingriffe bis zum Abschluss der Steintherapie erforderlich.
Wir stehen in permanentem Austausch mit führenden medizintechnischen Unternehmen und können so bereits frühzeitig neue & innovative Verfahren zum Einsatz bringen.
Welches Vorgehen im individuellen Fall in Frage kommt, muss stets in Abwägung der individuellen Faktoren wie u.a. Steinmasse, Lokalisation und anatomische Besonderheiten entschieden werden. Wir beraten Sie gerne über die verschiedenen OP-Techniken.
Vorteile der URS
- Minimalinvasive Technik
- Durch moderne Endoskopie & Laser-Technologie effektiv und schonend
Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)
Die perkutane Nephrolitholapaxie (PNL) ist eine endoskopische Behandlungsoption für Nierensteine, bei der durch eine gezielte Punktion der Niere durch die Haut ein direkter Zugang zum Stein erzielt wird. Somit ist der Eingriff zwar invasiver, als die bei Nierensteinen sonst vorherrschende Ureterenoskopie (URS), bei großen Steinen oder komplizierten anatomischen Verhältnissen zeigt diese OP-Technik jedoch entscheidende Vorteile.
So können durch den direkten und größeren Zugang deutlich größere Steinfragmente entfernt werden. Auch die Effektivität ist mitunter deutlich größer als bei alternativen weniger invasiven Verfahren. Heutzutage kommt überwiegend die sogenannte Mini-PNL zum Einsatz, die die Vorteile des Eingriffs mit einer zunehmenden Miniaturisierung der verwendeten Instrumente verbindet. So kann das Risiko des Eingriffs deutlich gesenkt werden.
Ob eine PNL im individuellen Fall in Frage kommt, muss stets in Abwägung der individuellen Faktoren wie u.a. Steinmasse, Lokalisation und anatomische Besonderheiten entschieden werden. Wir beraten Sie gerne über die verschiedenen OP-Techniken.
Vorteile der PNL
- Direkter Zugang zum Stein
- Es können größere Fragmente geborgen werden
- Für große Steinmassen sind weniger Sitzungen erforderlich als mittels URS
Endoskopische kombinierte intrarenale Steinentfernung (ECIRS)
Bei der sogenannten ECIRS (Endoscopic Combined Intrarenal Surgery - auf deutsch: Endoskopisch kombinierte intrarenale Operation) kommen URS und PNL gemeinsam in einer Operation gleichzeitig zum Einsatz. So können die Stärken beider OP-Techniken zusammengebracht werden und Schwächen ausgeglichen werden. Besonders eignet sich diese Operation bei Patientin*Innen mit sehr großen Steinen oder bei komplexen Anatomien, die mit den konventionellen Operationstechniken nicht ausreichend behandelt werden können.
Die Behandlung von Harnsteinen bei Kindern geht mit besonderen Herausforderungen einher. Aufgrund der kindlichen Anatomie sind besondere Anforderungen an Operateur und Instrumentarium gestellt. In unserer Klinik haben wir uns in Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Kinderkliniken auf die Behandlung spezialisiert.
Mikro-PNL
Bei größeren Steinen im Nierenbecken sowie bei komplexen anatomischen Situationen kann eine sog. Mikro-PNL zum Einsatz kommen. Das Vorgehen ist hierbei analog zur Operationstechnik bei Erwachsenen, wobei das Instrumentarium um 50-75% kleinere Durchmesser aufweist, um das Trauma des Eingriffs so klein wie möglich zu halten. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesie stellen wir eine altersgerechte Narkose und perioperative Betreuung sicher. Wir sind in der Lage, Kinder in jedem Alter endourologisch zu
Bei komplexen Erkrankungsbildern oder Kindern, die eine intensive pädiatrische Betreuung benötigen erfolgt die Behandlung der kleinen Patient*Innen in enger Zusammenarbeit mit den Münchner Kinderkliniken, die die stationäre Therapie nach der Operation gewährleisten.
Operative Eingriffe im Kindesalter benötigen stets einer sorgfältigen Abwägung und Planung. Für eine Operation von Harnsteinen im Kindesalter in unserer Abteilung ist eine Einweisung oder Überweisung durch den behandelnden Kinderarzt oder Urologen oder die behandelnde Klinik zwingend notwendig.
URS im Kindesalter
Auch bei Kindern streben wir stets eine möglichst schonende Operationstechnik an, sodass in den meisten Fällen die Behandlung von Nieren- und Harnleitersteinen mittels einer Ureterenoskopie (URS) erfolgt. Für diesen Fall halten wir spezielles, für Kinder besonders kompakt konstruiertes Instrumentarium vor, um den Besonderheiten des kindlichen Harntrakts gerecht zu werden.
Bei komplexen Erkrankungsbildern oder Kindern, die eine intensive pädiatrische Betreuung benötigen erfolgt die Behandlung der kleinen Patient*Innen in enger Zusammenarbeit mit den Münchner Kinderkliniken, die die stationäre Therapie nach der Operation gewährleisten.
Operative Eingriffe im Kindesalter benötigen stets einer sorgfältigen Abwägung und Planung. Für eine Operation von Harnsteinen im Kindesalter in unserer Abteilung ist eine Einweisung oder Überweisung durch den behandelnden Kinderarzt oder Urologen oder die behandelnde Klinik zwingend notwendig.
Bei akuten Beschwerden oder starken Schmerzen ist auch eine notfallmäßige Abklärung in unserer Ambulanz jederzeit möglich.
Elementarer Bestandteil der Harnsteintherapie ist eine konsequente Nachsorge und Abklärung, insbesondere bei wiederkehrenden Harnsteinen. In vielen Fällen lässt sich mit einfacher Diagnostik eine Ursache erkennen, sodass mit Anpassungen in Lebensgewohnheiten und Ernährung sowie bei Bedarf auch durch Einnahme von Medikamenten das Wiederauftreten von Harnsteinen wirksam verhindert werden kann. In vielen Fällen kann diese Nachsorge im niedergelassenen Bereich erfolgen.
Für komplexe Fälle oder ungewöhnliche Steinarten bieten wir eine Spezialsprechstunde für Urolithiasis an. Niedergelassene Kolleg*Innen können hier Patienten zur Abklärung überweisen. Informationen zur Kontaktaufnahme finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Spezialsprechstunde
Harnsteinsprechstunde
Dienstags: 13:00 – 15:00 Uhr
Tel: +49 89 4140-7930
Endourologische Sprechstunde
Dienstags: 09:00 – 13:00 Uhr
Tel: +49 89 4140-2507
OP-Terminvergabe bei Harnsteinerkrankung
Bei Ihnen wurden Harnsteine diagnostiziert und Sie möchten einen OP-Termin vereinbaren? Wenden Sie sich zur Terminvergabe gerne an uns, wir helfen Ihnen auf dem Weg zur schnellstmöglichen Behandlung.
OP-Terminierung für Privatpatienten
Fr. Anja Schlageter
Tel: +49 89 4140-2522
E-Mail: anja.schlageter@mri.tum.de
OP-Terminierung für gesetzlich versicherte Patienten
Prästationäre Klinik - Dr. Düwel & Dr. Simon
Tel: +49 894140-5511
Fax: +49 89 4140 2566
E-Mail: uro-praestationaer@mri.tum.de